Kurz gesagt

Die Shopware-Anbindung an Klaviyo ist offiziell, aber nicht von Klaviyo selbst gebaut - die Ereignisse laufen als API-Metriken ein und sind im Konto am Zahnrad-Symbol erkennbar. Heißt ein Account aus der Vorgeschichte zusätzlich Shopify-Metriken, stehen Namen wie "Placed Order" doppelt da, mit verschiedenen Kennungen. Ein Trigger auf der falschen löst nie aus, und zwar ohne Fehlermeldung. Deshalb gehört vor jedem Trigger und jedem Filter geprüft, welche Metrik wirklich Daten bekommt. Die Strategie selbst ändert sich durch das Shopsystem nicht.

Die meisten Texte zu Klaviyo und Shopware sagen dasselbe: Ja, das geht, es gibt ein Plugin, hier ist der Link. Stimmt auch. Nur beginnt danach der Teil, der Zeit kostet.

Denn die Anbindung an Shopware verhält sich anders als die an Shopify, und einer dieser Unterschiede legt Flows still - ohne Fehlermeldung, ohne Warnung, ohne dass im Account irgendetwas rot leuchtet.

Warum die Ereignisse anders ankommen

Bei Shopify ist die Anbindung von Klaviyo selbst gebaut. Bestellungen, Warenkörbe und Produktaufrufe kommen als hauseigene Metriken herein und sehen im Konto entsprechend aus.

Die Shopware-Anbindung ist ebenfalls offiziell und liegt öffentlich einsehbar vor - gebaut wurde sie aber nicht von Klaviyo, sondern von dritter Seite. Für die tägliche Arbeit hat das eine sichtbare Folge: Die Ereignisse laufen als API-Metriken ein. Im Konto erkennst du sie am Zahnrad-Symbol neben dem Namen.

Funktional ist das kein Nachteil. Bestellungen, abgebrochene Warenkörbe, Produktaufrufe, Anmeldungen - alles kommt an. Es sieht nur anders aus, und genau daran hängt das Problem.

Die Falle: derselbe Name, zweimal

In Accounts mit Vorgeschichte stehen Metriken doppelt da. Zweimal "Placed Order", zweimal "Checkout Started", identische Namen, verschiedene Kennungen. Eine davon füllt sich mit echten Bestellungen. Die andere ist leer und wird es bleiben.

Das passiert häufiger, als man denkt: Ein Shop hat früher mit Shopify getestet oder ist von dort umgezogen. Jemand hat eine zweite Anbindung eingerichtet und die alte nicht entfernt. Oder neben der Shop-Anbindung schickt noch ein anderes Werkzeug Ereignisse mit denselben Namen.

Im Auswahlfeld beim Anlegen eines Triggers sehen beide gleich aus. Wer die falsche erwischt, baut einen Flow, der technisch fehlerfrei ist, sauber aussieht, live geht - und nie auslöst. Keine Fehlermeldung, kein Hinweis, nur ein Flow mit null Empfängern, den man drei Wochen später zufällig bemerkt.

Wir betreuen einen Shopware-Shop, in dessen Klaviyo-Konto zusätzlich Shopify-Metriken liegen. Kein Flow triggert darüber, und das ist Absicht: Die Vorkauf-Strecken laufen ausschließlich auf den API-Metriken der Shopware-Anbindung. Dass das so ist, steht bei uns schriftlich im Kundenprofil - weil es sonst beim nächsten Handgriff wieder jemand falsch macht.

Was du prüfst, bevor der erste Trigger steht

Drei Handgriffe, und sie dauern zusammen zehn Minuten:

Welche Metriken gibt es wirklich? Die Liste im Konto öffnen und nach Dubletten suchen. Gleicher Name, zwei Einträge - das ist der Moment, in dem man aufmerksam wird.

Welche bekommt Daten? Jede Metrik zeigt, wann sie zuletzt etwas empfangen hat. Eine, deren letztes Ereignis Monate zurückliegt, ist die falsche - egal wie richtig ihr Name klingt.

Halte fest, welche gilt. Nicht im Kopf, sondern dort, wo der Nächste hinschaut. Die Kennung der richtigen Metrik gehört in die Dokumentation des Accounts, sonst wiederholt sich der Fehler beim nächsten Flow.

Dasselbe gilt übrigens nicht nur für Shopware. Überall, wo Ereignisse über die Schnittstelle statt über eine hauseigene Anbindung kommen - WooCommerce, ältere Systeme, eigene Anbindungen - ist die Dublettenprüfung der erste Schritt.

Was sonst nicht eins zu eins übertragbar ist

Shopify-spezifische Variablen und Links. Vorlagen aus einem Shopify-Konto lassen sich nicht einfach kopieren: Die Platzhalter für Bestellungen, Produkte und Warenkörbe heißen anders und sind anders aufgebaut. Wer eine Vorlage übernimmt, prüft jeden dynamischen Baustein einzeln - und testet mit einer echten Bestellung, nicht mit einer Vorschau.

Was der Katalog kann, hängt an der Anbindung. Produktempfehlungen und alles, was auf Katalogdaten zugreift, funktioniert nur so gut, wie die Daten einlaufen. Das prüft man einmal gründlich, statt es vorauszusetzen.

Was sich nicht ändert

Und jetzt der Teil, der in den Anbieter-Texten untergeht: Die Strategie ist dieselbe.

Die Flows, die ein Shop braucht, sind bei Shopware dieselben wie bei Shopify. Das Segment, aus dem alle Kampagnen abgeleitet werden, ist dasselbe. Der Einwilligungs-Filter vor den Vorkauf-Flows ist derselbe. Zustellbarkeit, Beschwerderate, Provider-Verhalten - alles identisch, weil das nichts mit dem Shopsystem zu tun hat.

Das Shopsystem entscheidet über die Leitungen, nicht über das, was durch sie fließt. Wer mit Shopware arbeitet, braucht keine andere Strategie. Er braucht jemanden, der beim Anlegen der Trigger hinschaut.

Und das ist der eigentliche Grund, warum dieser Beitrag existiert: Ein Dienstleister, der nur Shopify kennt, baut den richtigen Flow auf der falschen Metrik. Das fällt niemandem auf, bis jemand die Empfängerzahl nachrechnet.

Häufige Fragen dazu

Funktioniert Klaviyo mit Shopware 6?

Ja. Es gibt eine offizielle Anbindung, die Bestellungen, Warenkörbe, Produktaufrufe und Anmeldungen überträgt. Gebaut wurde sie nicht von Klaviyo selbst, sondern von dritter Seite - deshalb laufen die Ereignisse als API-Metriken ein und sind im Konto am Zahnrad-Symbol erkennbar.

Warum löst mein Flow in Shopware keine Mails aus?

Der häufigste Grund ist die falsche Metrik. Stehen in deinem Konto zwei Einträge mit demselben Namen, triggert der Flow womöglich auf der Metrik, die keine Daten bekommt. Prüfe bei jeder Metrik, wann sie zuletzt ein Ereignis empfangen hat - die mit dem aktuellen Datum ist die richtige.

Kann ich Vorlagen aus einem Shopify-Konto übernehmen?

Das Design ja, die dynamischen Bausteine nicht ohne Prüfung. Platzhalter für Bestellungen, Produkte und Warenkörbe sind anders aufgebaut. Jeden Baustein einzeln durchgehen und mit einer echten Bestellung testen, nicht mit der Vorschau.

Gilt das Metrik-Problem auch für WooCommerce?

Ja, und für jede andere Anbindung, die über die Schnittstelle läuft statt über eine hauseigene Integration. Die Prüfung auf doppelte Metriken gehört bei jedem Account dazu, der nicht auf Shopify läuft - und bei umgezogenen Shops auch dort.

Braucht ein Shopware-Shop eine andere E-Mail-Strategie als ein Shopify-Shop?

Nein. Flows, Segmentierung, Einwilligung und Zustellbarkeit sind identisch, weil sie nichts mit dem Shopsystem zu tun haben. Unterschiedlich ist nur, welche Ereignisse wie ankommen - und das ist eine Frage der Einrichtung, nicht der Strategie.

Julian Reinhard
Julian ReinhardGründer retentionclub, Klaviyo-Partner

Ich baue seit über 5 Jahren Klaviyo-Systeme für Shopify-Brands - über 25 Shops, von der ersten Welcome-Mail bis zum Black-Friday-Presale. Hier schreibe ich auf, was in der Praxis funktioniert.